Perfluorpolyether-Schmierstoff ist ein synthetischer Schmierstoff mit guter Temperatur-, Korrosions- und Chemikalienbeständigkeit, der hauptsächlich zur Ölfilmschmierung von Maschinen unter hohen Temperaturen, hohen Belastungen, starken Säuren, starken Laugen und starken Oxidationsmitteln eingesetzt wird, wie z. B. Turbolader, Vakuumpumpen und Hochtemperaturöfen.
Perfluorpolyether-Schmierstoffe sind in herkömmlichen organischen Lösungsmitteln wie Petrolether, Benzol, Toluol, Aceton, Ethylacetat usw. meist schwer löslich. Sie lassen sich jedoch in starken Lösungsmitteln wie Benzolnitrat, Trichlorethylen und Chloroform lösen. In der Praxis müssen Perfluorpolyether-Schmierstoffe üblicherweise nicht gelöst werden und können direkt verwendet werden.
Hinweis: Beim Umgang mit PFPE-Schmierstoffen ist der Kontakt mit Sauerstoff, gasförmigen Chloridionen und Fluorid zu vermeiden, um Explosionen oder die Freisetzung giftiger Gase zu verhindern.
Die Molekularstruktur von PFPE-Schmierstoffen und Kohlenwasserstoff-Schmierstoffen ist im Wesentlichen ähnlich. Im PFPE-Molekül ersetzt jedoch das Fluoratom das Wasserstoffatom und somit die ch-H-Bindung in Kohlenwasserstoffen durch die stärkere c-F-Bindung. Das Vorhandensein starker kovalenter Bindungen (co und cc) sowie die molekulare Neutralität von PFPE verleihen diesem Material eine hohe thermische und oxidative Stabilität, gute chemische Inertheit und gute Isolationseigenschaften. PFPE mit höherem Molekulargewicht zeichnet sich zudem durch geringe Flüchtigkeit, einen breiten Flüssigkeitsbereich und ausgezeichnete Viskositäts-Temperatur-Eigenschaften aus. Zu den wichtigsten physikalisch-chemischen Eigenschaften von PFPE-Polymeren gehören außerdem: Nachweisstabilität, biologische Inertheit, niedrige Oberflächenenergie, gute Schmierfähigkeit und Kompatibilität mit Kunststoffen, Metallen und Elastomeren.
Eigenschaften von Perfluorpolyethern
Die Hauptkette des Perfluorpolyethers besteht aus einer -CF₂-O-CF₂-Etherkette und unterscheidet sich damit von der -CF₂CF₂CF₂-Perfluorolefinkette. Dadurch ist es biegsam, besitzt eine niedrige Glasübergangstemperatur und einen extrem breiten Temperaturbereich der Koschmelze (Gefrierpunkt bis Siedepunkt). Aufgrund der starken Elektronenabsorption durch elementares Fluor weist das Polymer keine Ethereigenschaften auf und ist daher äußerst hitzebeständig, chemisch und oxidationsstabil sowie vollständig nicht brennbar.
Diese Substanz ist jedoch nicht hygroskopisch und in organischen Lösungsmitteln unlöslich; sie ist lediglich mit Perfluoröl oder Fluoron 113 (Trifluorethan unter Tri-Atmosphären-Bedingungen) mischbar. Aufgrund dieser Eigenschaft ist sie für Kunststoffe und Gummi praktisch unschädlich.
Perfluorpolyether besitzt eine hohe Dichte, aber eine niedrige Oberflächenspannung und einen niedrigen Brechungsindex. Es weist die typischen Eigenschaften perfluorierter Verbindungen auf und ist ein hochtransparentes Öl. Im akuten oralen Toxizitätstest an Mäusen zeigte es einen sehr hohen LD56-Wert und reichert sich nicht in lebenden Organismen an, weshalb es als nahezu ungiftig gilt. Bei der Zersetzung entstehen jedoch extrem toxische Substanzen. In Umgebungen, in denen mit Zersetzung zu rechnen ist, muss daher eine ausreichende Belüftung gewährleistet sein. Aufgrund seiner Stabilität sollte dieses Fluoröl nicht unterschätzt werden.
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